Hallo zusammen,
wie sieht es an euren Hochschulen mit der M365-Nutzung und -Planung aus? Bei
uns an der TU wird schon lange Exchange OnPrem betrieben. Offenbar ist nun
geplant, auf M365 zu gehen. Ich halte das für strategisch und aus Gründen
der digitalen Souveränität für sehr unklug. Bei maximaler Skepsis könnte man
sogar mit Datenabfluss-Risiko für Forschungsdaten und personenbezogenen
Daten argumentieren. Wenn ein Wechsel erfolgt ist, wird der Weg zurück auf
eine souveräne Lösung durch den Lock-in-Effekt sehr schwierig. Ich
persönlich meine zudem, die Hochschulen sollten als Vorbilder agieren, aber
das ist wohl kein starkes Argument.
Daher möchte ich unsere Rechenzentrumsleitung vor einem blinden Wechsel
warnen. Zudem möchte ich die Evaluation von Alternativen, wie OpenDesk
(https://de.wikipedia.org/wiki/Zentrum_f%C3%BCr_Digitale_Souver%C3%A4nit%C3%
A4t_der_%C3%96ffentlichen_Verwaltung#openDesk und
https://de.wikipedia.org/wiki/Open-Xchange), in dieser Mail an die Leitung
anregen; wie ich es vor einigen Wochen auch schon im HRZ-Matrix-Chat getan
hatte.
Auch SharePoint soll weiter ausgerollt werden und auch hier entsprechend in
die Cloud.
Typische Argumente pro M365, die ich immer wieder höre: Es gibt keine guten
Alternativen, Der Aufwand für einen Wechsel ist zu hoch, Alternativen
sind teurer (ihr kennt zudem den Klassiker: Lieber flexibler zu
Lizenzkosten verpflichten (Anm.: Skepsis! Stichwort Kostenfalle) als fürs
gleiche Geld in Personal zu investieren), Nutzer kennen die
Microsoft-Produkte und fordern deren Weiternutzung / Umstellung kann nicht
zugemutet werden (bis hin zu Damit kommt die Verwaltung nicht zurecht,
auch ein Lieblingsargument contra Linux und Office-Alternativen).
Daher meine Frage an euch: Welche guten Argumente für M365-Alternativen habt
und kennt ihr? Gibt es gute Vorlagen von anderswo, am besten auch
erfolgreiche? Welche Texte und Links oder Anhänge sollte ich mitsenden?
Weiterführende Lektüre:
*
https://www.opendesk.eu/de/blog/modulare-softwarearchitektur-vorteile
* https://www.openproject.org/de/blog/souveraener-arbeitsplatz/
*
https://www.arvato-systems.de/blog/open-desk-vs-microsoft-365-fuer-oeffentli
che-verwaltung
*
https://www.gecko.de/wissenshub/microsoft-365-oeffentliche-verwaltung-opende
sk-als-dsgvo-konforme-alternative-im-haertetest/
Übrigens: Wer privat auch mailbox.org nutzt, kennt Open-Xchange bereits,
dort ist es im Einsatz.
Auf eure Rückmeldungen bin ich gespannt und bedanke mich schon mal für eure
Anregungen!
Ich wünsche euch einen guten Start in ein erfolgreiches und gesundes 2026!
Viele Grüße
Klaus
--
Dipl.-Ing. (FH) Klaus Steitz; Gruppenleiter Content-Management und
Entwicklung
Technische Universität Darmstadt
Hochschulrechenzentrum, Alexanderstraße 2, 64283 Darmstadt
Tel.: +49 6151 16-71088
<http://www.hrz.tu-darmstadt.de/> www.hrz.tu-darmstadt.de
Liebe bosb-Menschen,
Wir hatten dazu ja schon berichtet: Das BMFTR möchte nach längeren Gesprächen nun eine Studie fördern, um die Digitale Souveränität von Hochschulen in Studium und Lehre zu untersuchen. Projektträger ist VDI/VDE und wir haben die Gesellschaft für Informatik gewonnen, den Antrag für die Studie zu schreiben und die Studie dann nach Zuschlag durchzuführen. Wenn alles klappt, ist der Studienzeitraum ca. März-September 2026. Das Fördervolumen liegt bei ca. 150K.
Wir hoffen, dass die Studie zu dem Ergebnis kommt, dass strategische und koordinierte Investments in OSS für Studium und Lehre bisher unterbelichtet, aber enorm wichtig für die Hochschullandschaft sind.
Die GI hat nun eine erste Skizze für den Projektantrag geschrieben. Deadline ist der 15.01., ab dem 05.01. wird dann intensiv an dem Antrag gearbeitet. Jedes Feedback bis dahin ist hilfreich. Zentrale Fragen sind u.a.:
A) Welche anderen Studien sind euch schon untergekommen? Insbesondere Erhebungen, welche Software an Hochschulen in welchem Umfang im Einsatz ist, sind hilfreich.
B) Fehlt aus eurer Sicht ein zentraler Aspekt, der für eure Arbeit an den Hochschulen wichtig ist, aber bisher in der Skizze nicht ausreichend bearbeitet wird?
C) Fallen euch Forschende ein, die zu diesen und ähnlichen Themen bereits geforscht haben? Diese könnten wir u.U. auch beratend mit einbeziehen.
D) Welche Hochschulen haben nach eurer Einschätzung z.B. Fähigkeiten im Controlling, können recht genau ausweisen, wie sich für sie Lizenz-, Betriebs-, Support- und Entwicklungskosten in Studium und Lehre ausweisen? Welche Hochschulen fahren bewusst einen "No Open Source" Ansatz und wären entsprechend auf allen Dimensionen von Digitaler Souveränität ein gutes Vergleichsobjekt zu einer eher OSS-orientierten Hochschule?
Die Skizze liegt im derzeitigen Stand hier auch in der HU-BOX: https://box.hu-berlin.de/smart-link/aea456e4-a229-4476-9078-1b149898b50f/
Es geht derzeit eher noch um die groben Linien als um Form oder Details. Kommentiert sehr gern im Dokument, bei konkreten Rückfragen ist sicher aber auch E-Mail hilfreich. Jede Idee und jeder Hinweis hilft, besten Dank dafür!
Viele Grüße!
Christian